Wolfgang Burger - Die Romane
Heidelberger L�gen

Piper Verlag, ca. 252 Seiten, 8,90 Euro, ISBN 3492244912
Der zweite Band der Reihe von Heidelberg-Krimis um Kriminalrat Alexander Gerlach.
Erscheinungstermin: Februar 2006


Die Geschichte: Kriminalrat Alexander Gerlach trifft eines abends auf eine Frau, Vanessa Kriegel, die sich in Heidelberg verlaufen hat. Er hilft ihr, ihr Auto wiederzufinden und erf�hrt dabei den Grund ihrer Reise: Ihr Mann ist vor einem halben Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, und erst k�rzlich hat sie festgestellt, dass er am Abend seines Todes nicht dort war, wo er sein sollte, n�mlich in Frankreich. Nun vermutet sie, dass ihr Mann sie betrogen hat. Gerlach nimmt sich der Sache an, und schon nach kurzer Zeit hat er eine zweite Leiche am Hals, die diesmal allerdings ermordet wurde, und dann taucht auch noch ein entlaufener Killer in Heidelberg auf und tut Dinge, die sich niemand erkl�ren kann. Bald w�nscht Gerlach, er h�tte Vanessa Kriegel nie im Leben getroffen...

Ein Vergleich mit Donna Leon und der Lagunenstadt liegt auf der Hand. Aber hinter ihr braucht sich der Autor nicht zu verstecken.
(Rhein-Neckar-Zeitung, Feb. 06)
Pressestimmen

Heidelberger L�gen zeigen einen silsicheren, gewitzten Autor, der dichte, lebendige Szenen und Dialoge mit humorvollen Details abzuschmecken wei� und in diesem Fluss punktgenau Spannungselemente platziert.
Badische Neueste Nachrichten, 3.4.06

(...) Leider nicht ganz so rund wie der erste Gelach-Krimi, m�chte ich diesen Roman dennoch nicht nur Heidelbergern ans Herz legen.
Heidelberg aktuell, M�rz 2006

(...) Denn eine Erfolgsgeschichte werden die Heidelberger L�gen mit Sicherheit und lesenswert sind sie allemal.
RaumK, IV/2006

Das d�stere Sittenbild wird aufgehellt durch Gerlachs ebenso r�hrende wie fruchtlose Bem�hungen, hinter die Geheimnisse seiner pubertierenden Zwillingst�chter zu kommen, die beide gerade in den selben Jungen verliebt sind, und durch die erotisch prickelnde Aff�re Gerlachs mit der liebeshungrigen Frau seiner Vorgesetzten. Und damit sind noch nicht einmal alle Qualit�ten dieses auch in den Details sauber gearbeiteten Krimis genannt. Bravo Burger!
Klappe Auf M�rz 2006

(Ein) spannend und doch witzig geschriebener Krimi mit seinem Cast an liebenswerten Figuren, von denen man sich eigentlich gar nicht so schnell verabschieden m�chte.
www.krimi-forum.de

Ein Vergleich mit Donna Leon und der Lagunenstadt liegt auf der Hand. Aber hinter ihr braucht sich der Autor nicht zu verstecken.
Rhein-Neckar-Zeitung

Launige Beschreibungen von Randerscheinungen sorgen f�r manches Schmunzeln und verk�rzen die Zeit bis zum Show down, der an Eigenart kaum zu �berbieten sein d�rfte.
Es bedarf schon einer geh�rigen Portion an Fantasie, um sich Kriminalf�lle verzwickten Ausma�es auszudenken und diese dar�ber hinaus mit Alltagsgeschichten kurzweilig zu garnieren. Wolfgang Burger verf�gt unbestritten �ber dieses Talent und verschafft Krimifreunden damit Lesevergn�gen.
www.bad-bad.de

Lesermeinungen

Insgesamt hat mir auch der zweite Heidelberger Krimi von Burger sehr gut gefallen. �ber manche Ungereimtheiten sehe ich als Heidelbergerin gerne hinweg, der Spass am Tatort dabei zu sein �berwiegt !! Lediglich das merkw�rdige Frauenbild hat mich irritiert. Versteht denn der arme Gerlach wirklich so wenig von dieser Welt (und damit von Frauen) ??
Eine Leserin bei www.krimi-couch.de

Ein kluges, vielschichtiges Buch
Eine Leserin bei amazon.de

Burger wird immer besser!
Aus einem Prospekt der Braunschen Universit�tsbuchhandlung, Karlsruhe

(...) Insgesamt stehen die "Heidelberger L�gen" dem "Requiem" in keiner Weise nach. Wolfgang Burger hat wieder einen Krimi vorgelegt, der in sich schl�ssig ist und dem Leser prima Unterhaltung bietet.
Peter K�mmel bei www.krimi-couch.de

Vom ersten Gerlach-Roman "Heidelberger Requiem" begeistert, habe ich mich sehr auf "Heidelberger L�gen" gefreut und wurde auch keineswegs entt�uscht. Im Gegenteil: durch die Weiterf�hrung der Geschichte des sympathischen Lebenschaoten Alexander Gerlach, Witwer mit Zwillingst�chtern im Teenager-Alter wirkt dieser zweite Roman noch famili�rer als der erste Band (...) Auch der zweite "Heidelberg"-Roman ist meiner Meinung nach voll gelungen.
Eine begeisterte Leserin im Internet

Ein gelungener Nachfolger zu Heidelberger Requiem, auch wenn ich manchmal das Gef�hl hatte, Dinge �berlesen zu haben (...) Bis auf einige Ungereimtheiten ein empfehlenswertes Buch.
Ein Leser bei amazon.de

Klar hat mir das Buch gefallen! Ich mag es, �ber Zeitgenossen, denen ich im Alltag nur ungern begegne, auf diese Weise schmunzeln zu k�nnen. Und schlie�lich ist die Story richtig spannend, wie es sich f�r einen Krimi geh�rt!
Sylvia Mutter, Karlsruhe

Leider hatte ich beim Lesen der zweifellos spannenden Geschichte das Gef�hl, dass das Buch zu schnell geschrieben oder schlecht redigiert (�berhaupt?) wurde. So viele Ungereimtheiten und Fehler ...
Eine anonyme Leserin bei amazon.de

Ich habe das Buch mit Begeisterung gelesen!
Michaela Pelz, Ebersberg

Leseprobe

Wenn mein Telefon zwischen neun Uhr abends und sieben Uhr morgens klingelt, dann bedeutet dies in aller Regel eine Katastrophe. Nicht f�r mich, sondern f�r irgendjemanden dort drau�en, eine Ehefrau vielleicht, einen Mann, eine Mutter, ein Kind. Jemand, der urpl�tzlich allein ist auf der Welt, weil ein anderer einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.

Nat�rlich geh�rte es nicht zu meinen Aufgaben als Kripo-Chef, mir nachts im Regen an Tatorten die Beine in den Bauch zu stehen, mehr oder weniger ansehnliche Leichen zu betrachten und den ewig schlecht gelaunten Kollegen von der Spurensicherung bei ihrer kleinkr�merischen T�tigkeit zuzusehen. Aber ich hatte mir angew�hnt, zumindest am Anfang dabei zu sein, mir ein eigenes Bild zu machen. Ich hasste Schreibtischarbeit seit jeher, und wenn man nicht aufpasst, dann kennt man als Chef bald nichts anderes mehr als das viele trockene Papier auf seinem Tisch.

Liebekind hatte sich stirnrunzelnd damit abgefunden, dass ich es nicht lassen konnte, mich in die Arbeit meiner Untergebenen einzumischen, und lie� mich in Frieden. Vermutlich baute er darauf, dass ich irgendwann von alleine vern�nftig oder doch wenigstens faul werden w�rde.

"M�nnliche Leiche im Schleusenbecken am Karlstor", erkl�rte mir eine m�rrische Stimme aus der Telefonzentrale der Polizeidirektion. Mehr wusste bis zu diesem Zeitpunkt niemand. Kriminaldauerdienst und Spurensicherung waren unterwegs, der Notarzt alarmiert.

F�nfzehn Minuten nach dem Anruf steuerte ich meinen guten alten Peugeot-Kombi durch das ausgestorbene Heidelberg. Der Wagen war fast auf den Tag genau drei Monate �lter als meine T�chter, und besonders humorvolle Kollegen hatten ihn fr�her gerne als Pampers-Bomber bezeichnet. Ein b�iger Wind lie� die Stra�enlaternen schaukeln, der Asphalt gl�nzte feucht. Ich f�hlte mich zerschlagen und fror.

Schon von ferne sah ich die Blaulichter am Stra�enrand. Klara Vangelis war nat�rlich schon da, als ich ankam. Sie musste ja immer und �berall die erste sein. Sven Balke kam Minuten sp�ter fast gleichzeitig mit dem Notarztwagen auf einem Mountainbike, das sicherlich mehr wert war als mein Auto. Er sah verschlafen und ungek�mmt aus. Meine T�chter hatten mich erst k�rzlich dar�ber aufgekl�rt, dass man dies heute nicht mehr als ungepflegt bezeichnete, sondern als "out of bed Look".

Die Kollegen vom Kriminaldauerdienst hatten die Leiche des gedrungenen und �bergewichtigen Mannes schon aus dem Wasser gefischt und am betonierten Rand des s�dlichen Schleusenbeckens neben einem der Poller abgelegt. Die Pf�tze um den Leichnam herum wurde rasch gr��er. Vor Schl�frigkeit nicht einmal �berm��ig grantige Beamte der Spurensicherung zupften g�hnend an dem K�rper herum. Sie waren zu zweit und hatten eine gewisse �hnlichkeit mit Dick und Doof.

Es roch nach Tang und Teer. Irgendwo im Dunkeln toste der Hochwasser f�hrende Neckar �ber die Wehre in die Tiefe. In der Schw�rze unter uns gluckste es t�ckisch, Wellen klatschten gegen die Mauern. Eine rote Ampel f�r Schiffe und das zuckende, kalte Licht der Blaulichter beleuchteten die Szene.

"Wer hat ihn gefunden?", fragte ich einen mit glasigem Blick herumstehenden Uniformierten. Stumm wies er auf ein versch�chtertes P�rchen im Hintergrund, das sich Hilfe und W�rme suchend aneinander klammerte. Das M�dchen mochte f�nfzehn, h�chstens sechzehn sein, der schlaksige Junge vielleicht gerade eben vollj�hrig. Ihre Augen wirkten, als st�nden sie unter einer milden Droge. Vielleicht war es auch nur der Schock.

Viel zu erz�hlen hatten die beiden nicht. Guck mal, da schwimmt 'ne Wasserleiche, hatte sie kichernd zu ihrem Liebsten gesagt und erst nach Sekunden begriffen, wie gr�ndlich ihr Scherz misslungen war.

"Der Mann ist vorl�ufig nicht zu identifizieren", erkl�rte mir Doof, einer der Spurensicherer, und wischte sich die H�nde an der Hose trocken. "Keine Papiere, nichts, woraus man auf seine Identit�t schlie�en k�nnte. Alter auf den ersten Blick zwischen vierzig und f�nfzig, H�nde gepflegt, kein Ehering, Kleidung Mittelklasse, Typ Junggeselle."

"Am Jackett fehlt ein Knopf", erg�nzte Dick. "Der ist vermutlich noch nicht lange ab."

"Seit wann ist er tot?", fragte Vangelis.

Ich sch�tzte sie als zuverl�ssige und intelligente Mitarbeiterin, mochte sie aber nicht besonders, weil sie in meinen Augen zu ehrgeizig war. Und sie konnte mich noch weniger leiden, weil sie gehofft hatte, an meiner Stelle Kripo-Chefin zu werden. Aber im Gro�en und Ganzen kamen wir dennoch miteinander klar. Nur die rechte Herzensw�rme wollte sich nicht zwischen uns einstellen.

Der Arzt, ein junger Kerl mit athletischer Figur und offenbar unverw�stlicher Laune trat hinzu. "Der K�rper hat exakt Wassertemperatur", erkl�rte er mit breitem L�cheln, w�hrend seine H�nde die zahllosen Taschen seines Sanit�ter-Anzugs absuchten. "Die Totenstarre ist schon fast wieder verschwunden. Mindestens vierundzwanzig Stunden, w�rde ich sagen, eher sogar l�nger."

"Was meinen Sie mit Typ Junggeselle?", wollte Balke wissen. Diese Frage war wieder an einen der Kollegen von der Spurensicherung gerichtet.

Doof machte mit dem Mund ein schmatzendes Ger�usch und sah an Vangelis vorbei auf die erleuchtete Altstadt. "Gucken Sie doch hin: Lila Hemd zu auberginenfarbenem Jackett! Wenn ich meiner Frau so unter die Augen kommen w�rde, die w�rde am n�chsten Morgen zu ihrer Mutter ziehen."

Der eklig feuchte Ostwind aus dem Neckartal durchdrang selbst meinen Wollmantel. Man sp�rte, dass der Winter noch lange nicht zu Ende war. Der Januar war zu warm gewesen, sodass die Zeitungen wieder einmal �ber den Treibhauseffekt und den drohenden Weltuntergang philosophierten. In den letzten Tagen hatte das Wetter umgeschlagen, jetzt sollte es sogar Schnee geben. Irgendwo klapperte ein Rettungsring im Wind gegen seine Halterung. Hin und wieder erhellte ein Blitzlicht die Szene. Die Leiche wurde fotografiert.

Inzwischen war mir lausekalt, und ich suchte einen unverd�chtigen Grund, mich wieder in mein Bett zur�ckziehen zu d�rfen. Aber auf keinen Fall w�rde ich vor Vangelis gehen. Die schien jedoch nicht einmal zu frieren in ihrem makellosen Kost�m. Diese Frau wurde mir immer unheimlicher. Balkes Laune hingegen verschlechterte sich rapide. Er sah immer �fter auf die Uhr. Endlich klappten die Spurensicherer ihre Metallkoffer zu. Schl�sser schnappten als Zeichen zum Aufbruch.