Wolfgang Burger - Die Romane
Marias Sohn
"Marias Sohn geh�rt mit zum Besten, was im Jahr 2000 auf dem Deutschen Krimi-Markt erschienen ist ..." (S�dkurier, 10.3.2001)


Marias Sohn, Wolfgang Burgers zweiter Roman, erschien im M�rz 2000 im ESPRESSO Verlag. ISBN 3-88520-914-4, 256 Seiten, Preis 19,90.

Ein jugendlicher M�rder wird in einer spektakul�ren Aktion aus dem Gef�ngnis befreit. Die Ermittlungen der Polizei laufen schleppend an, es ist Wochenende, es ist hei� und man geht davon aus, dass Christian Sch�newald sich l�ngst �ber die nahe Grenze nach Frankreich abgesetzt hat. Bis in unmittelbarer N�he ein weiterer Mord geschieht.
W�hrend f�r seine Kollegen ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, setzt sich Kriminalkommissar Thomas Petzold, der Sch�newald erst vor kurzem verhaftet hat und wegen einer Verletzung in Zwangsurlaub geschickt wurde, mit Sch�newalds Mutter auseinander. Er kommt von dieser k�hlen, r�tselhaften Frau nicht mehr los. Was will Maria Sch�newald von ihm? Was wei� sie �ber die Hintergr�nde der Befreiungsaktion? Und wovor f�rchtet sie sich?
Petzolds Team durchleuchtet derweil Christian Sch�newalds Umfeld: die Karlsruher Homosexuellenszene, in der er sich als Edel-Stricher bewegt hat, seine Musikgruppe, die Firma seines Stiefvaters, die anscheinend in dubiose Waffengesch�fte verwickelt ist...

Pressestimmen
Ein guter, spannender und unterhaltsamer Krimi! Wirklich gelungen! (GayBooks, Gero von Schwanitz)

"...Beachtlich, wie es Burger gelingt, durch die fein ausgearbeiteten Begebenheiten am Rande je nach Bedarf eine humoristische oder tiefenpsychologische Note hineinzubringen. Die fein gezeichneten Personenportreits - selbst wenn es sich um winzige Nebenfiguren handelt - tun ein �briges, um die Leserbindung zu verst�rken."
(Trierischer Volksfreund, 30.5.2000)

... Mit ironisch distanziertem Blick hat Wolfgang Burger einen spannenden und unterhaltsamen Krimi geschrieben, der sich von anderen angenehm abhebt, weil er sich nicht allzu ernst nimmt.
(carpe Librum, Matthias Kehle)

"Die Krimis von Wolfgang Burger lassen es zwischen den Ermittlern menscheln, damit uns das Unmenschliche des zu Ermittelnden nicht so �ngstigt ... Die Geschichte um einen Gef�ngnisausbruch tr�gt die Angst vor unsere T�r - und bleibt doch eine Fluchtgeschichte."
(Stuttgarter Zeitung, 25.5.2000)

... Wolfgang Burger hat sich mit seinem zweiten Karlsruhe-Krimi viel vorgenommen. Der Psychokrieg zwischen seinem Kriminaloberkommissar Thomas Petzold und Maria Sch�newald, der Mutter eines jugendlichen M�rders, ist ihm - leider - nicht ganz gelungen. Dennoch lohnt der Band die Lekt�re.
(Pforzheimer Zeitung, 20.5.2000)

... Dem Leser begegnen viele Figuren, manche l�nger, manche k�rzer - stets aber f�hrt ihn der Erz�hler nahe an sie heran, vor allem �ber ihre Gef�hlswelt und ihre Denkensweise, aber auch �ber ihre Sprache ... Hier versteht Burger, bei aller ironischen Distanz, die er zu seinen Figuren bewahrt, Erz�hlen oft auch als Enterteinment, die von der Lust an witzigen Dialogen lebt. So nimmt der Leser Anteil an einer ganzen Reihe von Figuren - und ist um so schockierter, wenn die Gewalt �ber sie hereinbricht ... Pl�tzlich ist das Grauen da - ohne dass Burger plump blutige Details ausbreitet. Die schrecklichen Bilder entstehen nur im Kopf des Lesers - gerade deshalb wirken sie so heftig.
(Unikath, 1.5.2000)

"...Burger legt viel Sorgfalt in die Dialoge, hat sich in die Arbeitsweisen der Polizei eingearbeitet und hat ein Gesp�r f�r Psychologie. Er l�sst keinen Ich-Erz�hler auftreten, sondern erz�hlt aus der Distanz des beschreibenden Beobachters. Vor allem: Er �berzieht auch in den dramatischen Momenten nicht. Und schlie�lich: Milieuschilderungen, und der lokale und regionale Aspekt stimmen..."
(Willy Storck, Rheinpfalz, 22.3.2000)

...Was z�hlt ist die Faszination, die von der Mutter jenes Mannes ausgeht, der ihn selbst um ein Haar ins Jenseits bef�rdert h�tte. So sehr ist diese zwiesp�ltige Spannung zu sp�ren, da� die Frage naheliegt, wann das, was so heftig zwischen den Zeilen knistert, die Buchseiten und die Handlung in Brand setzen wird. Auch f�r Kommissar Schilling, den "Intellektuellen" der Truppe, l�uten wieder einmal vereinzelt romantische Glocken - allerdings auch diesmal erst aus weiter Ferne. Bleibt abzuwarten ob der Autor im n�chsten Band mehr Erbarmen mit dem verhinderten Romeo und Strassenverkehrs-Pechvogel hat...
(Krimi-Forum.de, 19.3.2000)

"...Burgers zweiter Krimi ist in der Sprache vielschichtiger und in der Handlungsf�hrung raffinierter als der Vorg�nger, wobei er sich - besonders gegen Ende - die spannungssteigernde Wirkung stakkatoartiger Szenenwechsel zunutze macht. Ausgesprochen farbig sind die unterschiedlichen Typen und Charaktere dargestellt - sei es der phlegmatisch brodelnde Ermittler Hirlinger, sei es der geschmeidige, elegant-zynische Zeuge aus besten Kreisen, der sich auch mal einen Strichjungen leistet, oder die fahrig-angetrunkene Chefsekret�rin, die mehr wei�, als sie sagen will. Ein kleines Kabinettst�ck der Personenzeichnung ist der Auftrit der Titelfigur: Da umrei�t Burger auf wenigen Seiten das Drama eines hochbegabten und durch die sexuelle Gier des Stiefvaters zutiefst traumatisierten Kindes..."
(Michael H�bl, Badische Neueste Nachrichten, 15.3.2000

Lesermeinungen

Das war wieder Spannung pur. Ich sa� da mit Petzold auf der Couch und war mir nicht sicher wer da nun verr�ckt ist, die Mutter oder der Sohn. Und ob nicht doch die Mutter diejenige ist, welche... Wer Ruth Rendel mag, sollte seine beiden B�cher unbedingt lesen.
(Mira / Toms Krimitreff)

... Ich habe den Krimi auf der Heimfahrt im Zug von D�sseldorf gelesen, er hat genau bis Rheinfelden gereicht. Und war wie immer superspannend.
(Gabriele R. Eggingen)

...nahezu in einem Zug durchgelesen, und zum Schluss habe ich sogar richtig Herzklopfen gehabt vor Spannung.
(Britta G. Nordstemmen)

...am Ende habe ich das Buch dann mit zur Arbeit genommen, um es in der Mittagspause fertig zu lesen!
(Jutta L. K�ln)

...bin ich am Sonntag Morgen extra fr�her aufgestanden, um endlich zu erfahren, was mit Schillings Auge los ist!
(Dr. Thomas S. Zizers (CH))

...werde ich das n�chste Buch wieder mit gro�er Spannung erwarten und so schnell wie nur m�glich lesen.
(Michaela P. Duisburg)

...ist Ihnen ein gro�er Wurf gelungen, ein sehr gro�er Wurf! Das geht wirklich unter die Haut.
(Hajo L. K�ln)

Leseprobe (Seite 198)

�Diese ganze Geschichte gef�llt mir nicht.� Petzold schluckte den letzten Bissen hinunter und sp�lte mit einem halben Glas Wasser nach. �Irgendwas ist hier oberfaul. Sie wissen etwas, was Sie mir verschweigen, und so kann man nicht zusammenarbeiten. Ich werd' jetzt die Fliege machen.�
Ihre Hand mit dem Quarkbrot blieb auf halbem Weg zum Mund stehen. �Sie werden was machen?�
�Ich werde heimfahren.� Der Stuhl quietschte �ber die Fliesen, als er ihn zur�ckschob. �Ich hab' die Schnauze voll. Wenn Sie Hilfe brauchen, egal bei was, dr�ben steht das Telefon. W�hlen Sie die Hundertzehn.�
Sie sprang auf, �berholte ihn in der Halle und versperrte ihm den Weg zur T�r. Petzold blieb unmittelbar vor ihr stehen, sie wich nicht zur�ck. Lange starrte sie auf seine Hemdkn�pfe. Sie reichte ihm kaum bis zu den Schultern. Petzold sah ihr Gesicht und roch den Duft ihres Haars. Er hob die Hand, lie� sie sinken, atmete tief ein und wieder aus. Noch immer trug sie das blaue Kleid vom Vormittag. Er schlo� die Augen. Er r�usperte sich.
�Warum zum Teufel soll ich nicht gehen?�
Sie sah ihm ins Gesicht, und zum erstenmal war ihr Blick v�llig offen. Neben ihrem Mund war ein winziges, dreieckiges Muttermal, das er bisher nicht bemerkt hatte. Um den Hals trug sie ein hauchd�nnes Goldkettchen mit einem kleinen Kreuz. Leise sagte sie: �Weil ich Sie darum bitte�, und legte leicht die Hand an seinen Arm.
�Warum?� wiederholte Petzold.
Sie senkte den Blick und schluckte. �Ich f�rchte ...� Es dauerte eine Ewigkeit, bis sie den Satz vollendete. �Ich f�rchte, da� mein Sohn Opfer eines sehr schmutzigen Spiels werden soll.�
Auch Petzold sprach jetzt sehr leise. �Wer spielt dieses Spiel?�
Wieder z�gerte sie mit der Antwort. �Ich w�rde es Ihnen sagen, wenn ich es w��te.� Ihre Hand lag noch immer an seinem Arm. Langsam sah sie auf. �Wirklich.�
Petzold sp�rte ihre Ber�hrung durch den d�nnen Baumwollstoff, roch das fast verflogene Parfum, f�hlte die W�rme ihres nahen K�rpers, und pl�tzlich war da das fast unwiderstehliche Verlangen, eine Hand auszustrecken, sie an sich zu ziehen, das schmale Gesicht, die Schultern, das Haar, die Br�ste zu ber�hren, zu pr�fen, ob die makellose Haut ihrer blo�en Arme wirklich so weich war, wie es den Anschein hatte.
F�r einen Moment schlo� er die Augen, da nahm sie die Hand weg und sagte mit ver�nderter Stimme: �Sie k�nnten im Wohnzimmer schlafen. Sonst bleibt nur das alte G�stezimmer oben oder Christians Zimmer. Ich denke nicht, da� Sie das m�gen w�rden.�
Mit h�ngenden Armen stand sie vor ihm und starrte auf seine Fu�spitzen. Petzold st�hnte und stie� die F�uste in die Hosentaschen. Im Kreuz dr�ckte die Pistole.
�Ich werde hierbleiben, wenn Sie mir alles sagen, was Sie wissen. Aber diesmal wirklich alles.�
Sie nickte und ging ohne aufzusehen voraus ins Wohnzimmer. Als h�tte sie keine Sekunde mit einem anderen Ausgang des Gespr�chs gerechnet.
Petzold folgte ihr maulend. �Und ich mu� dringend telefonieren. Jemand mu� sich um den Kater k�mmern. Ich hab' keine Lust, meine Wohnung zu renovieren, wenn das hier irgendwann vorbei ist. Bestimmt ist das Vieh l�ngst dabei, die Tapeten abzufressen und die Blument�pfe vollzu...�