Wolfgang Burger - die Romane
Heidelberger Requiem
Piper Verlag, Januar 2005. 252 Seiten, 8,90 Euro, ISBN 3-492-24217-0
Der erste Band einer neuen Reihe von Heidelberg-Krimis um Kriminalrat Alexander Gerlach, den frischgebackenen Chef der Heidelberger Kripo.

Der Autor hat mit diesem Roman einen m�chtigen Schritt in Richtung Etablierung als erfolgreicher Schriftsteller getan, und selten w�nschte man einem Roman von ganzem Herzen und ohne Wenn und Aber eine gro�e Leserschaft... (Heidelberg aktuell, Feb. 05)

Heidelberger Requiem wurde zusammen mit vier anderen Romanen f�r den Friedrich-Glauser-Preis als bester deutschsprachiger Kriminalroman des Jahres 2005 nominiert!

Die Chronik der Entstehung:

Sommer 2002: Erste �berlegungen zum Stammpersonal einer neuen Reihe. Wie muss der Kommissar sein? Soll es �berhaupt wieder ein Kommissar geben? Wo soll die Reihe spielen? Welche Erz�hlperspektive soll es werden? Eines ist von Anfang an klar: Der Handlungsort wird aus verschiedenen Gr�nden nicht mehr Karlsruhe sein. Wir entscheiden uns f�r Heidelberg. Gespr�che mit Freunden, dem Agenten, Lesern und Leserinnen. Ergebnis: Der Protagonist der neuen Reihe wird nicht wie �blich eine mehr oder weniger gescheiterte Existenz sein. Er ist im Gegenteil Kripochef, hat neben dem Stress der Arbeit auch noch mit aufm�pfigen Untergebenen und nervigen Vorgesetzten zu k�mpfen, und eigentlich hasst er nichts mehr als Schreibtischarbeit. Im Grunde wollte er �berhaupt nicht Kripochef werden.

Bis Ende Oktober 2002: Das Stammpersonal ist soweit entwickelt. Neben Kriminalrat Alexander Gerlach, der inzwischen alleinerziehender Vater zweier pubertierender und keineswegs auf den Mund gefallener T�chter ist, werden die ebenso attraktive wie spr�de Klara Vangelis und der Liebesabenteuern nie abgeneigte Sven Balke die Heidelberger Polizeidirektion bev�lkern.

Januar 2003: Eine erste Leseprobe von ca. 80 Seiten wird geschrieben und an einige Testleser und den Agenten verteilt. Die Reaktionen sind ermutigend. Das Ding schreibt sich wie Limonade. Das k�nnte tats�chlich was werden.


Seit er beim Piper-Verlag ver�ffentlicht, hat sich Wolfgang Burger zum Bestseller- Autor entwickelt. (Backnanger Kreiszeitung, 5.12.05)

April 2003: Expos�, Leseprobe etc. gehen an den Agenten. Die Spannung steigt ...

Mai: Der erste Verlag sagt ab.

Juni: Der zweite Verlag sagt ab.

Ende August: Zur�ck aus dem Urlaub finde ich eine Mail vom Agenten: Piper hat gro�es Interesse! Das ist wirklich mal eine tolle Nachricht. Das ist eine Flasche Sekt wert.

Oktober: Kennenlernen auf der Buchmesse am Piper-Stand. Man wird sich rasch handelseinig. Der Vertrag wird demn�chst kommen. Ab jetzt wird geschrieben. Abgabetermin ist Juni 2004, geplanter Erscheinungstermin Oktober.

November, Dezember, Januar: Der Vertrag kommt, der Vorschuss wird p�ntklich bezahlt, das Ding schreibt sich wirklich wie Limonade. Es l�uft wie geschmiert. Weit vor der Zeit ist schon im Februar die erste Version fertig.

Mai 2004: Letzte �nderungen nachdem wieder einige Testleser gequ�lt wurden. Das Manuskript geht ins Lektorat.

Juli:Das Manuskript kommt zur�ck, wieder gibt es einige �nderungen, aber es ist nicht viel. Nach zwei Wochen ist es �berstanden. Der Erscheinungstermin ist inzwischen der 20. Dezember. Das ist gut, denn noch vor Weihnachten.

20. Dezember 2004: Ab heute ist in den Buchl�den. Jetzt wird es sich zeigen, ob alle �berlegungen und Planungen richtig waren, ob die viele, viele Arbeit sich gelohnt hat.


Es wird Zeit f�r die Verfilmung eines Burger-Krimis. Der hier w�re eine dankbare Vorlage. (Klappe auf, Feb. 05)

Die Geschichte: Patrick Grotheer, der Sohn eines weltber�hmten Heidelberger Chirurgen wird auf grausame Weise ermordet. Kriminalrat Gerlach, frischgebackener Chef der Heidelberger Kripo, findet rasch heraus, dass der Tote sein flottes Studentenleben durch die Herstellung synthetischer Drogen finanziert hat. Ein Kleindealer war nachweislich zum Zeitpunkt der Tat in der N�he, die Sache scheint klar. Aber dann ereignet sich ein weiterer Mord, und die Situation eskaliert. Schlie�lich wird sogar Gerlach selbst zum Betroffenen der dramatischen Ereignisse.
Pressestimmen

...die ihn zu einem Krimi der Extraklasse machen. Der Autor hat mit diesem Roman einen m�chtigen Schritt in Richtung Etablierung als erfolgreicher Schriftsteller getan, und selten w�nschte man einem Roman von ganzem Herzen und ohne Wenn und Aber eine gro�e Leserschaft...
(Heidelberg aktuell, Februar 05)

Burger versteht es, Atmosph�re zu beschw�ren und schildert seine Personen plastisch... Alexander Gerlach ist ein rundum sympathischer Typ, an den man sich gew�hnen k�nnte. Au�erdem w�rde man gerne wissen, wie seine Beziehung zu Theresa weitergeht.
(Rhein-Neckar-Zeitung, 31.1.05)

Dass der Burger Humor hat, deutete sich schon bei seinen Karlsruhe-Krimis an, hier macht er erstmals so richtig Gebrauch davon, wohl dosiert und perfekt getimt. Es wird Zeit f�r die Verfilmung eines Burger-Krimis. Der hier w�re eine dankbare Vorlage.
(Klappe Auf, Feburar 05)

Das Heidelberger Requiem ist Wolfgang Burgers bisher bestes Buch, weil hier alles unklar und in der Schwebe ist ... Gerlach ist von Anfang an L�ufer in einem Polit-Schach, das er noch nicht durchschaut. Er st�rzt sich in Ermittlungen, daber das sollte er nicht tun, weil er von nun an Verwalter, kein Aufkl�rer mehr ist. Und er flirtet in Worten und Taten mit Frauen, was hier das Gegenteil von Selbstsicherheit ist ...
(Stuttgarter Zeitung, 7.1.05)

Burger versteht es, die Ich-Erz�hlung eines Mannes in den mittleren Jahren mit einer geschickten Dramaturgie des kriminalistischen Geschehens zu koppeln - hier der Fahnder, dort der Familienvater mit seinen Sorgen und Sehns�chten. Man merkt, dass der Autor die Phase des Ausprobierens l�ngst hinter sich gelassen hat ... Burger muss sich nicht "auf Teufel komm raus" S�tze abringen - er schreibt, wenn es ihm Spa� macht. An diesem Spa� l�sst er seine Leser teilhaben.
(Badische Neueste Nachrichten, 10.1.05)

Lesermeinungen

Mit diesem Krimi ist Wolgang Burger einmal mehr ein Bild der deutschen Wirklichkeit, aber ohne Brutalit�t, gelungen. Sein Kommissar ist einer, den man auch in der Nachbarschaft haben k�nnte und gerne h�tte. Der Fall ist spannend bis zur letzten Minute und seine Schilderung der Polizeiarbeit entspricht der Realit�t und nicht amerikanischen Fantasiegebilden. Meine Freunde und ich warten schon gespannt auf die Fortsetzung mit diesem sympathischen Ermittler.
(Eine Leserin bei Amazon)

... Ihr letztes Buch: banal, schwerf�llig, teilweise schreibend wie ein Hauptsch�ler. Frauenbild.!? Nein, ganz lesen, habe ich nicht geschafft. Die Klischees, jede Person mit F�llw�rtern beschrieben, Logik.... Lassen Sie das Schreiben. Machen Sie, was Sie besser k�nnen. Sie haben einen sicheren Arbeitsplatz?
(Aus der E-Mail einer offensichtlich nicht begeisterten Leserin)

Ein spannender Fall mit Tiefgang, witzige Dialoge, ein fl�ssiger Schreibstil - der Autor versteht sein Handwerk. Auch sein Protagonist ist eine Figur, die ich auf jeden Fall wiedertreffen will. Alexander Gerlach ist kein gro�kotziger Superbulle sondern ein sehr sympathischer Ermittler, der trotz - oder vielleicht gerade wegen - seiner kleinen Schw�chen immer liebenswert und menschlich bleibt. Die amour�sen Verwicklungen mit seiner unbekannten Sch�nen sind genauso anregend zu lesen wie die gelungenen Episoden mit seinen heranwachsenden T�chtern.
(Eine Leserin bei Amazon)

Mit "Heidelberger Requiem" hat der Autor einen Kriminalroman vorgelegt, mit dem er internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. National sehe ich Wolfgang Burger auf einer Stufe mit Horst Eckert. Auf die weitere Entwicklung von Kriminalrat Gerlach darf man sich schon freuen.
(Peter K�mmel in www.krimi-couch.de)

Bundesliega!
(Dr. Georg Pelz, Ebersberg)

Ich bin begeistert! Das Buch hat mich vom alten ins neue Jahr begleitet, und ich habe herrliche Momente damit verbracht ... Alexander Gerlach ist eine �u�erst sympathische Figur, ich will ihn auf jeden Fall wiedertreffen. Ich bin ein echter Fan dieser neuen Reihe.
(Hilde Artmeier, Sinzig)

Wir haben es Buch mit Spannung und Genuss gelesen. Fiel echt schwer, es zwischendrin aus der Hand zu legen. Es d�rfte die Art zu Erz�hlen gewesen sein, die uns gefesselt hat. Nun dr�cken wir die Daumen, dass das Buch der Auftakt zu einer langen, erfolgreichen Serie ist, damit wir mehr davon lesen k�nnen.
(Mischa Bach, Essen)

Mit Spannung und "in einem Rutsch" habe ich Ihren �u�erst am�santen Krimi "Heidelberger Requiem" gelesen, den ich unter dem Weihnachtsbaum fand.
(Tanja Merkle, Heidelberg)

Absolut gesundheitssch�dlich. Hab bis nachts um drei wach gelegen...
(Mechthilde B., Bad S�ckingen)

Am Ende bleiben zu viele Fragen offen ... Fazit: Dem Krimi fehlt die gro�e Spannung.
(Caren L�wner, www.deutsche-krimi-autoren.de)

Hat mir sehr gut gefallen ...
(Michaela Pelz, Ebersberg)

Dann doch gleich das Original, der wortgewltige Carlo Sch�fer ...
(Ein Fan von Carlo Sch�fer bei amazon.de)

Der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe.
(Dr. Annika Krummacher, M�nchen)

Leseprobe

Am ersten September, einem Montag, begann mein Dienst. Ohne zu fr�hst�cken, fuhr ich morgens um sieben in Karlsruhe los, um nicht gleich am ersten Tag zu sp�t zu kommen. Meinen T�chtern hatte ich ihr Nutella und Toastbrot bereitgestellt, damit sie sich nicht zu einsam f�hlten, wenn sie gegen Mittag aufstehen w�rden. Die Schule begann erst n�chsten Montag wieder, und die M�dchen w�rden den Tag vermutlich wie �blich an irgendeinem Baggersee verbringen, zusammen mit Leuten, die ich nicht kannte und vielleicht auch nicht kennen sollte. Einen Bullen zum Vater zu haben, galt in gewissen Kreisen als krass uncool. Zuletzt hatte ich noch einen Zehn-Euro-Schein unter das Nutella-Glas geklemmt, damit sie sich etwas zu Essen kaufen konnten. Ich hoffte, dass er nicht nur gegen Big-Macs und Cola eingetauscht wurde.

In dem f�r meinen Geschmack ungem�tlich gro�en B�ro f�hlte ich mich schon nach wenigen Minuten einsam. Bis halb neun r�umte ich ohne viel Sinn in meinem altmodischen und muffig riechenden Schreibtisch herum, stellte ein paar mitgebrachte B�cher in den dunkelbraunen, noch altmodischeren B�cherschrank mit gruselig knarrenden T�ren und versuchte herauszufinden, ob es hier eher nach Bohnerwachs oder M�belpolitur roch. Alles in allem hatte ich nun zweiundzwanzig Beamte unter mir, darunter vier Frauen. Ich w�rde eine Weile brauchen, um mir die Namen zu merken. Eine der Frauen war meine Sekret�rin, Sonja Walldorf. Sie war schon vor mir am Platz gewesen, trug ein sommerliches Blumenkleid und schien merkw�rdigerweise noch aufgeregter zu sein als ich. Meine Frage, ob es wohl eine Chance gebe, diese scheu�lichen Antiquit�ten gegen etwas Moderneres auszutauschen, brachte sie in Verlegenheit, da sie keine Antwort wusste. Offenbar war sie gewohnt, auf alles eine Antwort zu wissen. Ich beschloss, bei n�chster Gelegenheit mit Liebekind �ber das Thema M�bel zu sprechen. In diesem Museum wollte ich auf keinen Fall hausen. Mein n�chstes Problem war der Kaffee. Die ganze Polizeidirektion duftete inzwischen nach frischem Kaffee, aber ich traute mich nicht, Frau Walldorf danach zu fragen, aus Angst, sie k�nnte beleidigt sein. Sie war ja die erste Sekret�rin meines Lebens, und ich hatte geh�rt, manche von ihrer Sorte k�nnten t�dlich beleidigt sein, wenn man ihnen solch niedere Dienste zumutete. Andererseits hatte ich keinen Schimmer, wo sich die Quelle befand, die diesen verflixten Duft verbreitete. Erst, als sie mich verlegen-best�rzt fragte, ob ich denn gar keinen Kaffee w�nschte, kam heraus, dass mein Vorg�nger darauf bestanden hatte, t�glich Punkt halb neun ein dampfendes K�nnchen zusammen mit zwei frischen Croissants auf dem Schreibtisch zu haben. Wir kamen �berein, dass man mit guten alten Gewohnheiten nicht ohne zwingenden Grund brechen soll.

Die Croissants waren vom B�cker an der Ecke und schmeckten vorz�glich. Der Arabica-Kaffee war frisch gebr�ht, eigens f�r mich, wie sie betonte. Wir sa�en noch zehn Minuten zusammen, und sie gab mir einen ersten �berblick �ber die aktuellen Themen der Ger�chtek�che. Drau�en schien die Sonne, durch die offenen Fenster drang Vogelgezwitscher und eine angenehm k�hle Luft herein, die nach Sommer und Ferien roch. Ich f�hlte mich wohl.

Schlie�lich war es neun, der Kaffee zu Ende, und ich bat meine Sekret�rin, mich auf meiner Begr��ungsrunde bei der Truppe zu begleiten. Die Kripo belegte fast das komplette erste Obergeschoss des weitl�ufigen Geb�udes. Ich klopfte energisch an die erste T�r und trat ein. Irgendwo hatte ich geh�rt, man solle als Vorgesetzter nicht auf ein "herein" warten. Ein entschlossener Auftritt schafft Respekt. Drau�en hatte ich zwei Namen gelesen: Erste KHK K. Vangelis und KOK S. Balke. Die beiden sprangen auf, als ich eintrat. Balke deutlich schneller als seine Kollegin. Ich ging auf die Frau zu, um ihr die Hand zu sch�tteln. Ihr Blick war k�hl, um nicht zu sagen abweisend. Liebekind hatte mir im Vertrauen mitgeteilt, sie habe zu meinen engsten Konkurrentinnen gez�hlt, und Frau Walldorf hatte mich mit bedeutenden Blicken darauf vorbereitet, dass die Erste Kriminalhauptkommissarin Klara Vangelis leider oft gar kein umg�nglicher Mensch sei.

F�r ihren Dienstgrad war die Frau �berraschend jung. Sie musste �u�erst ehrgeizig sein. Sehr z�gernd hob sie die Hand, und es war offensichtlich, dass sie absolut nichts dagegen gehabt h�tte, wenn mich genau jetzt und vor ihren gro�en dunklen Augen der Teufel geholt h�tte. Zu ihrer sichtlichen Erleichterung klingelte das Telefon. Sie wandte sich ab und lie� mich mit ausgestreckter Hand stehen, obwohl auch Balke das Gespr�ch h�tte annehmen k�nnen. W�hrend sie telefonierte, hatte ich Gelegenheit, sie zu betrachten. W�re sie einige Zentimeter gr��er gewesen, sie h�tte als Model arbeiten k�nnen. �ppiges schwarz gl�nzendes Haar, eine Figur wie aus einem Modekatalog ausgeschnitten und dazu eine helle Bluse und ein dunkles Kost�m, dem sogar ich ansah, dass es dem Gehalt einer Kripobeamtin in keiner Weise angemessen war.

Das Gespr�ch dauerte nur wenige Sekunden. Mit unbewegter Miene machte sie sich Notizen und legte auf mit der Bemerkung: "Okay. Zehn Minuten."

Sie riss das Blatt vom Block und warf Balke einen Blick zu. "Mord im Emmertsgrund drau�en."